Warum Business Coaching oft am Kern vorbeigeht
Es ist ein vertrautes Bild auf den Führungsetagen: Erfolgreiche, hochkompetente Frauen, die scheinbar alles erreicht haben. Doch hinter der glänzenden Fassade aus Titeln, Privilegien und Status verbirgt sich oft eine leise, aber fundamentale Krise. Eine Krise, die sich nicht durch noch mehr Struktur, Disziplin oder Effizienz lösen lässt.
Gehen wir gemeinsam an den Anfang einer Reise, die viele Spitzenkräfte nur zu gut kennen. Es sind Worte, die ich kürzlich erst im Podcast geteilt habe:
„Stell dir vor, du bist eine junge Frau von 20 Jahren. Du fängst an zu arbeiten und machst Pläne für dein Leben. Du hast eine ganz klare Vorstellung davon, wie du leben und arbeiten möchtest. Du willst Karriere machen, ganz oben ankommen, viel Geld verdienen und den Respekt und die Anerkennung von anderen bekommen. Du willst ausbrechen aus der kleinen, engen Welt von zu Hause und auf diesem großen Spielparkett mitspielen.
Und irgendwann kommst du genau dort an. Du hast das alles erreicht. Du hast das tolle Gehalt, den Dienstwagen, die Privilegien, und deine Meinung ist gefragt. Aber plötzlich fühlt es sich ganz anders an als in deinen Träumen. Es macht dich nicht von innen heraus erfüllt oder glücklich – es fühlt sich leer an, weil du merkst, dass du auf dem Weg nach oben dein eigentliches Ich irgendwo verloren hast.“
Dieser Verlust des eigenen Ichs geschieht selten über Nacht. Er ist das Resultat eines schleichenden Prozesses, der sich in vier systematischen Phasen vollzieht. Ich nenne ihn den Weg der Entfremdung – und an dessen Beispiel möchte ich Ihnen zeigen, warum die gängigen Instrumente der Business-Welt hier versagen.
Die 4 Phasen der Entfremdung: Claudias* Reise
Um diesen Prozess greifbar zu machen, werfen wir einen Blick auf eine typische Biografie in unserer heutigen Arbeitswelt – *nennen wir sie Claudia. Claudia steht stellvertretend für so viele erfolgreiche Frauen im HR-Management und in Führungspositionen.
Phase 1: Der scheinbare Erfolg im Außen
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Was sie denkt: „Ich habe es geschafft. Genau das wollte ich immer.“
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Was sie fühlt: Stolz, aber auch eine erste, leise Ernüchterung, weil die neue Rolle ihre Identität langsam zu verschlucken beginnt.
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Wie es sich im Alltag zeigt:
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Im Außen: Claudia hat die exzellente Position im strategischen HR-Management besetzt. Wenn sie im Meeting sitzt, fragen alle nach ihrer Kompetenz. Sie hat ein tolles Jahresgehalt auf dem Konto und darf zu den großen, wichtigen Branchen-Events fahren.
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Im Innen: Sie spürt, dass diese Privilegien sie von innen heraus nicht nähren. Der Applaus gilt ihrer Funktion und ihrem Status, aber nicht ihr als Mensch.
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Phase 2: Der schleichende Verlust des eigenen Ichs
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Was sie denkt: „Ich muss hier einfach funktionieren. Meine Gefühle gehören nicht ins Büro.“
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Was sie fühlt: Eine tiefe Entfremdung von sich selbst. Sie spürt ihre eigenen Grenzen kaum noch.
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Wie es sich im Alltag zeigt:
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Im Außen: Sie funktioniert im Job tadellos, aber ihre Persönlichkeit verändert sich subtil. Aus der eigentlich fröhlichen Claudia wird in Meetings eine Kollegin, deren Humor immer öfter in Sarkasmus umschlägt – ein klassischer Schutzmechanismus.
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Im Innen: Am Wochenende bleibt kein Raum mehr für ihr wahres Leben. Sie hat keine Energie mehr für das, was sie eigentlich ausmacht – für Freunde, Hobbies oder Kreativität. Sie liegt nur noch erschöpft auf der Couch, um den Akku für die nächste Woche aufzuladen. Sie lässt ihre eigenen Bedürfnisse komplett hinten runterfallen und sagt sogar wichtige Arzttermine ab, weil die Rolle in der Firma scheinbar wichtiger ist als sie selbst.
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Phase 3: Die Sackgasse der Selbstoptimierung
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Was sie denkt: „Ich mache etwas falsch. Ich muss mich nur besser strukturieren, noch resilienter werden, dann finde ich mich auch wieder.“
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Was sie fühlt: Getriebenheit und großen inneren Stress.
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Wie es sich im Alltag zeigt:
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Im Außen: Sie fängt an, panisch an sich herumzuschrauben, um die Rolle noch besser auszufüllen. Sie nimmt hochdosierte Vitamine, zwingt sich morgens zum Sport, blockt feste Mittagspausen im Kalender und liest Bücher über positives Denken. Sie fährt zu Management-Seminaren nach St. Gallen und sammelt noch mehr Zertifikate.
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Im Innen: Nichts davon hilft. Es verändert nicht, wie sie sich im Herzen fühlt, weil ihr Thema überhaupt nichts mit fehlender Kompetenz zu tun hat. Sie versucht, ein tiefes Identitätsproblem mit Management-Methoden zu lösen.
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Phase 4: Der Wendepunkt & Die Ausstiegsfantasie
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Was sie denkt: „Ich will das alles nicht mehr. Ich werfe alles hin. Ich gehe an die Aldi-Kasse!“
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Was sie fühlt: Totale Überforderung und das lähmende Gefühl, komplett verloren (lost) zu sein.
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Wie es sich im Alltag zeigt:
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Im Außen: Sie wechselt vielleicht die Position oder das Unternehmen, stellt aber nach wenigen Monaten ernüchtert fest: Überall läuft das gleiche System und das gleiche Theater ab.
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Im Innen: Sie sehnt sich nach einer radikalen Flucht. Die Fantasie, an der Aldi-Kasse zu sitzen, ist in Wahrheit kein Wunsch nach Unterforderung – es ist die tiefe Sehnsucht nach einem Ort, an dem sie nach Feierabend einfach wieder „sie selbst“ sein darf, ohne eine kräftezehrende Rolle spielen zu müssen.
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Warum klassisches Business Coaching hier am Kern vorbeigeht
Ich möchte auf keinen Fall sagen, dass Business Coaching nichts nützt. Es hat absolut seine Berechtigung, wenn es um Performance, strategische Prozesse oder Führungswerkzeuge geht. Aber klassisches Business Coaching setzt genau in der Phase an, in der Claudia noch voll in der Schleife der Selbstoptimierung steckt.
Sie geht zum Coach und sucht nach Lösungen für ihre Rolle: „Wie organisiere ich mein Zeitmanagement besser? Wie führe ich mein Team effizienter durch die Restrukturierung?“
Das Problem ist: Wenn der Coach an diesem Punkt nicht hellhörig wird und spürt, dass hinter den Fragen nach Struktur in Wahrheit der schleichende Verlust der eigenen Identität liegt – und wenn Claudia selbst noch nicht bereit ist, das zu sehen –, dann erzielt das Coaching keine nachhaltige Wirkung. Man optimiert lediglich die Fassade. Man macht das dysfunktionale Funktionieren nur noch ein bisschen länger erträglich.
Damit echte Veränderung passiert, braucht es zwei Dinge:
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Auf Claudias Seite die Bereitschaft zu erkennen, dass sie sich nicht noch mehr anpassen, optimieren und verbiegen kann.
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Und auf der Seite des Coaches braucht es das feine psychologische Gespür, den therapeutischen Hintergrund und den Mut zu sagen: „Wir schauen jetzt mal weg von deinem Terminkalender und deinen KPIs. Wir gucken eine Ebene tiefer – auf das, wer du wirklich bist.“ Und genau dieser Mut sowie die methodische Tiefe fehlen im klassischen Business-Kontext oft.
Wo meine Arbeit ansetzt: Die Brücke zwischen Wirtschaft und Psychologie
Als langjährige HR-Interim-Expertin kenne ich das Spielfeld der Wirtschaft, die Management-Teams und die Mechanismen von Systemen seit 25 Jahren. Als Wirtschaftsjuristin mit fundiertem psychologischem und therapeutischem Hintergrund therapiere und coache ich jedoch nicht Ihre Rolle – sondern den Menschen dahinter.
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Keine radikalen Entscheidungen aus dem Schmerz heraus: Wenn Frauen an diesem kritischen Wendepunkt zu mir kommen, wollen viele sofort alles hinschmeißen und kündigen. Ich sage dann: Halt. In einem Zustand tiefer emotionaler Erschöpfung treffen wir keine so gravierenden, existenziellen Entscheidungen. Wir fangen nicht im Außen an und wir reparieren nicht hektisch das System. Wir drehen uns um und schauen nach innen.
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Die Identität wieder freilegen: Ich helfe diesen Frauen, erst einmal wieder sicher bei sich selbst anzukommen. Ich frage sie: Wer bist du eigentlich ohne deinen Titel, ohne deinen Dienstwagen und ohne deine Funktion? Was möchtest du wirklich? Viele wissen das gar nicht mehr. Wir holen den Blick weg vom reinen Funktionieren im Verstand und legen das wahre Ich, die verschüttete Fröhlichkeit und die eigenen Werte wieder frei.
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Den Körper als Signalgeber mit einbeziehen: Ein Identitätsproblem lässt sich nicht rein rational im Kopf lösen. Über Methoden wie Embodiment, Hypnosystemik und Kinesiologie beziehen wir das Nervensystem und den Körper mit ein. Wir lernen wieder, uns selbst zu spüren und Bedürfnisse wahrzunehmen, anstatt Warnsignale des Körpers einfach wegzudrücken.
Das Ziel: Was heißt es, wirklich „bei sich anzukommen“?
Wenn wir diesen Weg gemeinsam gehen, verändert sich nicht zwingend sofort Ihr Job – aber Ihre fundamentale Haltung zu ihm. Bei sich anzukommen fühlt sich an wie ein tiefes, echtes Ausatmen. Die tonnenschwere Last, ständig eine Rolle spielen zu müssen, die nicht zu einhundert Prozent die eigene ist, fällt einfach ab.
Was danach anders ist:
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Sie schrauben und optimieren nicht mehr ununterbrochen an sich herum, um in Schablonen zu passen.
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Sie müssen sich nicht mehr im Außen beweisen oder Bestätigung jagen, um sich wertvoll zu fühlen.
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Sie können weiterhin hochgradig erfolgreich im großen Spiel der Wirtschaft mitspielen und strategisch arbeiten – aber Sie tun es zu Ihren Bedingungen, als Sie selbst, ohne sich zu verbiegen.
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Sie sind nicht mehr „resilient“ im Sinne von: „Ich halte noch mehr Druck aus und funktioniere wie eine Maschine“. Sie sind souverän, weil Sie Ihre Identität kennen, sich selbst besitzen und Ihre Grenzen klar, gelassen und elegant schützen.
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Ihre echte Energie, Begeisterung und Lebensfreude kommen zurück!
Und dieses neue Fundament strahlt aus: Es hat einen zutiefst positiven Einfluss auf Sie selbst, aber eben auch auf Ihre Familie, Ihre Freunde und die Kultur im Unternehmen.
Spüren Sie, dass es Zeit für einen echten Perspektivenwechsel ist? Wenn Sie sich in Claudias Reise wiedererkannt haben und den Kreislauf der bloßen Selbstoptimierung verlassen wollen, lade ich Sie herzlich zu einem persönlichen, vertraulichen Gespräch ein.
Lassen Sie uns im Rahmen meines kostenfreien Souveränitäts-Checks gemeinsam hinschauen – ganz ohne Druck, jenseits von Terminkalendern und Management-Methoden. Eine Ebene tiefer.
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